10 Jahre Gemeinschaftsunterkunft – 10 Jahre Helferkreis Zolling

Ein Jahrzehnt des Engagements

Seit der Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft im Juni 2016 steht der Helferkreis Zolling schutzsuchenden Menschen zur Seite. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums blickt der Verein auf eine Dekade voller Engagement, Gemeinschaft und gemeinsamer Erfolge zurück – kurzweilig moderiert von Marcelo Costa e Silva. Im Rahmen einer bunten Feier mit rund 80 Gästen – Deutsche und Geflüchtete, Junge und Junggebliebene – wurden persönliche Erinnerungen, Herausforderungen und Hoffnungen geteilt.

Stimmen der Gemeinschaft

Engagement und Hoffnung

Resi Seibold, seit den Jugoslawienkriegen im Helferkreis aktiv, äußerte den Wunsch, dass der Verein eines Tages überflüssig sein möge. Doch die aktuelle Weltlage macht deutlich: Die Arbeit bleibt notwendig.

Margit Kattinger dankte den Zollingern für ihre Offenheit und Hilfsbereitschaft. Unter ihrer Leitung tritt auch in diesem Jahr wieder ein Team Geflüchteter beim Stockschützenturnier an – ein Zeichen für gelebte Integration.

Zusammenhalt und Unterstützung

Manuela Flohr, Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe, betonte die enge Zusammenarbeit mit dem Helferkreis: „Nachbarschaftshilfe und Helferkreis – das sind Menschen vom gleichen Blut. Wo sie helfen können, da packen sie an. Und wenn der eine nicht weiterweiß, dann springt der andere ein.“

Klaus Unger, Stellvertreter des Bürgermeisters, sicherte die weitere Unterstützung der Gemeinde zu: „Nur bei der Bürokratie sind wir leider machtlos.“

Perspektiven der Geflüchteten

Neue Heimat und berufliche Erfolge

Shaima, vor vier Jahren mit ihrer Familie aus Afghanistan nach Deutschland gekommen, zeigte sich sichtlich gerührt: „Wenn man dem Amt einen Brief schreibt, dann bekommt man fünf zurück.“ – ein Satz, der für Lacher und zustimmendes Nicken im Publikum sorgte.

Svitlana aus der Ukraine erinnerte an die traumatischen Erfahrungen nach dem russischen Einmarsch. Heute besucht sie Kurse, um wieder in ihrem erlernten Beruf als Lohnbuchhalterin arbeiten zu können.

Mamadou, mit 18 aus Mali nach Deutschland gekommen, ist stolz auf seinen Gesellenbrief als Elektriker und seine weitere Beschäftigung bei seinem Ausbildungsbetrieb: „Man kann mir alles nehmen, nur was ich gelernt habe, das kann mir keiner nehmen. Das bleibt meins.“

Ein Fest der Vielfalt

Die Feier wurde durch Musikbeiträge aus Nicaragua und der Ukraine, den Vortrag eines nachdenklichen Gedichts und ein Kinderlied, vorgetragen von zwei Kindergartenkindern, bereichert. Ein buntes Programm, das die Vielfalt und den Zusammenhalt der Gemeinschaft widerspiegelte.

Dank und Ausblick

Stephan Griebel, Vorsitzender des Helferkreises, dankte allen, die in den letzten 10 Jahren auf ihre Weise zum Gelingen beigetragen haben: den Hausmeistern für ihre tägliche Arbeit, den Kommunalpolitikern für ihre Unterstützung, der Pfarrgemeinde für das wöchentliche Café International sowie Kindergarten, Schule und Sportverein für die Integration der Kleinsten.

Mit Blick auf die Zukunft zeigte er sich zuversichtlich: „Wir nehmen die Aufgabe gerne an. Zuversichtlich macht mich die Unterstützung durch die Dorfgemeinschaft, das Engagement unserer zahlreichen Helferinnen und Helfer und der Wille der Geflüchteten, in Deutschland eine neue Heimat zu finden.“

Die Feier klang mit einem gemeinsamen internationalen Essen aus – ein Symbol für die gelebte Vielfalt und den Zusammenhalt in Zolling.

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